Telogen Effluvium ist eine häufige Form des vorübergehenden Haarausfalls, der durch übermäßiges Haarausfallen gekennzeichnet ist. Es tritt auf, wenn eine signifikante Anzahl von Haarfollikeln vorzeitig in die Telogen- (Ruhe-) Phase des Haarwachstumszyklus übergeht, was zu verstärktem Haarausfall führt.

Normalerweise besteht der Haarwachstumszyklus aus drei Phasen: der Anagen- (Wachstums-) Phase, der Katagen- (Übergangs-) Phase und der Telogen- (Ruhe-) Phase. Unter typischen Bedingungen befinden sich etwa 85-90 % der Haare in der Anagenphase und etwa 10-15 % in der Telogenphase. Beim Telogen Effluvium wechselt ein erhöhter Anteil der Haarfollikel (manchmal bis zu 30 % oder mehr) vorzeitig von der Anagenphase in die Telogenphase, was zu einer merklichen Ausdünnung und einem Haarausfall führt. Wenn dieser Zustand länger als sechs Monate anhält, wird er als chronisches Telogen Effluvium betrachtet.

Verschiedene Faktoren können Telogen Effluvium auslösen:

* Erheblicher Stress: Große physische oder psychische Stressfaktoren wie Scheidung, Trauerfall, Arbeitsplatzverlust oder schweres emotionales Trauma können Haarausfall auslösen, der typischerweise 2 bis 4 Monate nach dem stressigen Ereignis auftritt.
* Postpartale Veränderungen: Viele Frauen erleben einige Monate nach der Geburt einen erhöhten Haarausfall. Dies liegt an hormonellen Veränderungen, bei denen erhöhte Östrogenspiegel während der Schwangerschaft die Anagenphase verlängern, gefolgt von einer schnellen Rückkehr zu normalen Spiegeln nach der Geburt, wodurch eine große Anzahl von Haaren gleichzeitig in die Telogenphase eintritt.
* Akute Krankheiten: Hohes Fieber oder schwere Infektionen können etwa 2 bis 3 Monate nach der Krankheit zu Haarausfall führen.
* Nährstoffmangel: Eine unzureichende Aufnahme oder Absorption essentieller Nährstoffe wie Protein, Eisen, Zink sowie der Vitamine B und D kann den Haarwachstumszyklus stören. Anämie ist ein häufiger Mitwirkender.
* Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl eine überaktive (Hyperthyreose) als auch eine unteraktive (Hypothyreose) Schilddrüse kann die Funktion der Haarfollikel beeinträchtigen und Telogen Effluvium auslösen.
* Medikamente: Bestimmte Medikamente sind dafür bekannt, Haarausfall als Nebenwirkung zu verursachen. Dazu gehören unter anderem Chemotherapeutika, Blutdruckmedikamente, Antidepressiva, Antibiotika, Beta-Blocker, Retinoide und einige Medikamente, die während oder nach Operationen verwendet werden.
* Plötzlicher Gewichtsverlust: Schneller und signifikanter Gewichtsverlust, oft verbunden mit restriktiven Diäten oder Zuständen wie Anorexia nervosa, kann den Körper lebenswichtiger Nährstoffe berauben, was zu Haarausfall führt.
* Hormonelle Veränderungen (außer postpartal): Die Menopause mit ihren verbundenen hormonellen Schwankungen kann ebenfalls zu verstärktem Haarausfall bei Frauen beitragen.
* Autoimmunerkrankungen: Einige Autoimmunerkrankungen, wie Alopecia Areata, greifen direkt die Haarfollikel an und verursachen lokalisierten oder generalisierten Haarausfall auf der Kopfhaut und anderen Körperteilen.
* Haarstyling-Praktiken und andere Alopezie-Typen: Enge Frisuren (z. B. Zöpfe, Pferdeschwänze, Extensions) können Traktionsalopezie verursachen. Darüber hinaus werden andere Formen des Haarausfalls wie androgenetische Alopezie (männlicher/weiblicher Haarausfall) manchmal im Zusammenhang mit oder als Auslöser für Telogen Effluvium genannt.
* Metalltoxizität: Eine längere Exposition gegenüber hohen Konzentrationen bestimmter Metalle kann zu Haarausfall führen.