Obwohl die genaue Ursache des Pica-Syndroms noch nicht vollständig geklärt ist, wird davon ausgegangen, dass zahlreiche psychosoziale, biochemische und umweltbedingte Faktoren bei seiner Entstehung eine Rolle spielen. Insbesondere wurde bei Kindern ein starker Zusammenhang zwischen Pica-Syndrom und Eisen-, Zink- und Kalziummangel festgestellt. Umweltfaktoren wie niedriger sozioökonomischer Status, Mangelernährung und Kindesmissbrauch/-vernachlässigung erhöhen die Häufigkeit von Pica. Entwicklungs- und psychiatrische Erkrankungen, darunter Lernschwierigkeiten, Autismus-Spektrum-Störung, Depression, Schizophrenie und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, erhöhen ebenfalls das Risiko für das Pica-Syndrom. Es ist auch bekannt, dass kulturelle und erlernte Faktoren eine Rolle spielen können, da bestimmte Arten von Pica in spezifischen Kulturen und Religionen sozial akzeptierte Verhaltensweisen sind. Psychische Zustände wie Stress und Angst können ebenfalls zum Auftreten des Syndroms beitragen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass das Pica-Syndrom auch bei Kindern ohne erkennbare zugrunde liegende Gesundheitsprobleme beobachtet werden kann.