Unfruchtbarkeit: Ein Drittel der Ursachen liegt beim Mann, ein Drittel bei der Frau und ein Drittel bei beiden. Daher spielen in fast 50-60% der Fälle männliche Faktoren eine Rolle.

Das männliche Fortpflanzungssystem beginnt im Hypothalamus, einem Bereich im unteren Teil des Gehirns, setzt sich in der Hypophyse (ebenfalls im unteren Gehirnbereich) fort und endet in den Hoden. Die Ursachen der Unfruchtbarkeit werden anhand der anatomischen Lokalisation dieser Bereiche des Fortpflanzungssystems unterteilt:

Prätestikuläre Ursachen betreffen in der Regel den Hypothalamus und die Hypophyse und resultieren meist aus endokrinen/hormonellen Störungen. Darüber hinaus können infiltrative Erkrankungen, Tumore, Durchblutungsstörungen, Funktionsstörungen der Hypophyse nach Radiotherapie/Operation, chirurgische Eingriffe und einige genetische Erkrankungen zu prätestikulären Ursachen führen. Diese Fälle äußern sich fast immer als hormonelle Störungen.

Jede Situation, die die Hodenfunktion beeinträchtigt und die Spermienproduktion in den Hoden stört, ist eine Ursache für Unfruchtbarkeit: Hodeninfektionen, Hodenverletzungen, Hodeneingriffe, Kryptorchismus (Hodenhochstand), Exposition gegenüber toxischen Substanzen (Radiotherapie/Chemotherapie/Beschäftigung in Blei-Akkumulator-Quecksilberindustrie usw.), Hitzeeinwirkung, Pestizide, Chemikalien, genetische Störungen, Testosteronmangel.

Jede Situation, die den Transport der im Hoden gebildeten Spermien aus dem männlichen Genitalsystem verhindert, gilt als posttestikuläre Ursache für Unfruchtbarkeit: Spermienbewegungsstörungen; Fehlen der Samenleiter; Verlegung/Schädigung der Samenleiter durch Operationen oder sexuell übertragbare Infektionen; erektile Dysfunktion und Koitusunfähigkeit aufgrund von Penisdeformitäten; Agenesie (Fehlen) des Samenleiters; Azoospermie (Fehlen von Spermien im Ejakulat) aufgrund von Prostataoperationen und/oder Medikamenteneinnahme oder anderen Ursachen.