Delirium kann mit Demenz verwechselt werden, einer Erkrankung, die durch Vergesslichkeit gekennzeichnet ist. Demenz und Delirium zu unterscheiden kann besonders schwierig sein, und beide können bei einer Person gleichzeitig auftreten. Tatsächlich tritt Delirium häufig bei Menschen mit Demenz auf. Das Auftreten von Delirium-Episoden bedeutet jedoch nicht immer, dass eine Person an Demenz leidet. Eine Demenz-Bewertung sollte während einer Delirium-Episode nicht durchgeführt werden, da die Ergebnisse irreführend sein können.

Demenz ist ein fortschreitender Rückgang des Gedächtnisses und anderer Denkfähigkeiten aufgrund einer allmählichen Funktionsstörung und des Verlusts von Gehirnzellen. Die häufigste Ursache für Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Die Demenz und das Delirium unterscheiden sich in folgenden Punkten:

Demenz ist eine eigenständige neurologische Erkrankung. Delirium ist ein klinisches Bild, das durch medizinische Erkrankungen verursacht wird.
Bei Delirium sind die kognitiven Veränderungen plötzlich. Bei Demenz ist der Beginn langsam und schleichend.
Delirium-Symptome verschwinden oft innerhalb von zwei Wochen nach Behandlung der zugrundeliegenden Ursache, während die Symptome der Demenz einen länger anhaltenden Verlauf nehmen.
Bei Delirium stehen Bewusstseinsveränderungen, Desorientierung (Zeit, Ort, Person) und Aufmerksamkeitsstörungen im Vordergrund, während diese Symptome bei Demenz erst in späteren Stadien auftreten.
Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren oder die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten, sowie der Bewusstseinszustand sind bei Delirium erheblich beeinträchtigt. Bei einer Person im Frühstadium der Demenz ist in der Regel keine Bewusstseinsstörung vorhanden.
Das Auftreten von Delirium-Symptomen kann im Laufe des Tages erheblich und häufig schwanken. Während Menschen mit Demenz bessere und schlechtere Zeiten des Tages haben, bleiben ihre Gedächtnis- und Denkfähigkeiten über den Tag hinweg auf einem ziemlich konstanten Niveau.