Die Diagnose einer Lungenembolie (LE) beginnt mit einer detaillierten Patientenanamnese und einem hohen klinischen Verdacht. Symptome wie Kurzatmigkeit, Husten, Hämoptysen und pleuritische Brustschmerzen sind bei einer LE häufig, können aber auch bei zahlreichen anderen Atemwegserkrankungen auftreten. Das akute Auftreten dieser Symptome in Verbindung mit der Identifizierung relevanter Risikofaktoren erhöht die Wahrscheinlichkeit einer LE erheblich.

Die anfängliche diagnostische Abklärung umfasst oft einen Bluttest auf D-Dimer. Obwohl ein erhöhter D-Dimer-Spiegel die Möglichkeit einer LE nahelegt, ist er für eine definitive Diagnose nicht spezifisch genug. Der Goldstandard zur Bestätigung einer Lungenembolie ist eine kontrastmittelverstärkte Computertomographie-Pulmonalisangiographie (CTPA), die die Blutgerinnsel in den Lungenarterien präzise visualisiert und lokalisiert. Um die Quelle dieser Gerinnsel, die typischerweise aus den Beinen stammen, zu bestimmen, wird häufig ein Doppler-Ultraschall der unteren Extremitäten durchgeführt.

Nach einer definitiven Diagnose der Lungenembolie wird ein Behandlungsplan an den Schweregrad des Zustands angepasst. Eine LE kann in leichter, mittelschwerer oder schwerer Form auftreten. Die Behandlungsansätze umfassen im Allgemeinen die pharmakologische Gerinnselauflösung, die mechanische Fragmentierung mittels katheterbasierter Interventionen oder die chirurgische Entfernung.

Bei einer leichten Lungenembolie sind gerinnungshemmende Medikamente (Blutverdünner) in der Regel ausreichend. Diese Medikamente verhindern die Bildung neuer Gerinnsel und hemmen das Wachstum bestehender Gerinnsel, wodurch das natürliche fibrinolytische System des Körpers die etablierten Gerinnsel auflösen kann. Patienten mit einem geringen Komplikationsrisiko können manchmal sicher ambulant behandelt werden.

Eine schwere Lungenembolie, gekennzeichnet durch eine signifikante Obstruktion der Hauptlungenarterien, führt oft zu einer akuten hämodynamischen Instabilität, die sich als Schock, Kreislaufkollaps und schwere Hypoxie äußert. Solche Fälle erfordern eine Intensivpflege. Bei akuten Präsentationen mit Schock werden thrombolytische (fibrinolytische) Mittel verabreicht, um die lebensbedrohlichen Gerinnsel schnell aufzulösen. In seltenen, kritischen Situationen kann eine chirurgische Embolektomie, durchgeführt von Herz- und Gefäßchirurgen, notwendig sein, um die Gerinnsel zu entfernen. Die spezifische Wahl der Behandlung wird von Ärzten auf der Grundlage einer umfassenden Bewertung der Risikofaktoren und des klinischen Status des Patienten getroffen.

Die Heparintherapie ist ein häufig verwendetes Antikoagulans. Obwohl sie wirksam bei der Verhinderung neuer Gerinnsel und der Einschränkung der Ausdehnung bestehender Gerinnsel ist, löst sie etablierte Gerinnsel nicht direkt auf. Der Grad der mit diesen Medikamenten erreichten Antikoagulation erfordert eine sorgfältige Laborüberwachung. Es ist wichtig zu verstehen, dass Antikoagulantien zwar die Bildung neuer Gerinnsel verhindern, die körpereigenen fibrinolytischen Mechanismen jedoch entscheidend für die Auflösung bestehender Gerinnsel sind, ein Prozess, der oft innerhalb der ersten 24 Stunden eingeleitet wird.