Das Klinefelter-Syndrom wurde erstmals 1942 von dem amerikanischen Arzt Harry Klinefelter und seinen Kollegen beschrieben. Im Jahr 1959 entdeckten die britische Ärztin Patricia A. Jacobs und ihr Team, dass normale Männer XY-Geschlechtschromosomen haben, während Personen mit Klinefelter-Syndrom ein zusätzliches X-Chromosom (XXY) besitzen. Aufgrund dieser spezifischen Chromosomenanomalie wurde das Syndrom danach auch als 47,XXY-Syndrom bekannt. Das Klinefelter-Syndrom ist die häufigste Geschlechtschromosomenstörung, die mit Hypogonadismus (niedrigen männlichen Hormonspiegeln) und Unfruchtbarkeit bei Männern verbunden ist und betrifft etwa 1 von 500 bis 1000 Männern.