Die EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing – Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen) zielt darauf ab, den Einfluss negativer Gedanken, Emotionen und körperlicher Empfindungen, die durch belastende vergangene Erlebnisse verursacht wurden, auf das aktuelle Leben zu reduzieren. Das Hauptziel der Therapie ist es, den sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart erlebten Stress erheblich zu lindern, indem die Verbindung zwischen diesen Ereignissen neu verarbeitet wird.

In diesem Prozess:
1. Gedächtnis-Neubearbeitung: Mit vergangenen Erinnerungen verbundene Elemente werden integriert und durch intensive emotionale Ladung, freie Assoziation und schnellen Zugang zu traumatischen Erinnerungen neu verarbeitet.
2. Bilaterale Stimulation: Durch Augenbewegungen oder andere sensorische Stimuli (Berührung, Klang) wird eine bilaterale Stimulation bereitgestellt. Diese Stimulation erleichtert die Verarbeitung kognitiven und emotionalen Materials und hilft, adaptive Reaktionen hervorzurufen.
3. Therapeutische Begleitung: Der Therapeut unterbricht die Stimulation regelmäßig, um sicherzustellen, dass der Klient die Erinnerung adaptiv verarbeitet. Durch notwendige Interventionen unterstützt der Therapeut den Klienten dabei, Informationen zu negativen Erlebnissen schnell und effektiv zu verarbeiten und eine angemessene Auflösung zu erreichen.

Das ultimative Ziel der Therapie ist es, dass der Klient durch den Ersatz negativer Überzeugungen durch positive Überzeugungen eine optimalere psychologische Funktionsweise erreicht.

Wissenschaftlich wird angenommen, dass EMDR neurobiologische Mechanismen stimuliert, die dazu beitragen, episodische Erinnerungen zu aktivieren und in das kortikale semantische Gedächtnis zu integrieren. Des Weiteren wird vermutet, dass Augenbewegungen oder andere Stimulationen direkte Auswirkungen auf die Wahrnehmung haben, indem sie die Lebendigkeit der Zielerinnerung und die damit verbundene emotionale Intensität reduzieren. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Rolle von Augenbewegungen in EMDR besser zu verstehen.