Patienten müssen für den Eingriff nüchtern im Krankenhaus erscheinen. Im Gegensatz zu anderen endoskopischen Methoden erfordert die ERCP in der Regel einen Krankenhausaufenthalt über Nacht zur Überwachung nach dem Eingriff, bis der Patient wieder eine normale Ernährung aufnehmen kann. Patienten müssen alle spezifischen Anweisungen ihres Gastroenterologen strikt befolgen. Es ist unerlässlich, den Arzt über alle aktuellen Medikamente und bekannte Allergien zu informieren. Vor der ERCP wird eine Anästhesie verabreicht. Ein Endoskop wird vorsichtig durch den Mund eingeführt, durch die Speiseröhre, den Magen und in das Duodenum (Zwölffingerdarm) geführt. Vom Duodenum aus wird die Papille, die gemeinsame Öffnung der Gallen- und Pankreasgänge, lokalisiert. Anschließend wird eine Kontrastflüssigkeit in diese Gänge injiziert, um detaillierte Bilder zu erhalten, die die Beurteilung normaler oder abnormaler Merkmale ermöglichen. Wenn eine therapeutische Intervention erforderlich ist, werden spezielle Mikroinstrumente durch das Endoskop geführt, um Verfahren wie Steinentfernung, Dilatation von Strikturen, Stentplatzierung oder Gewebebiopsien bei verdächtigen Läsionen durchzuführen. Die diagnostischen und therapeutischen Aspekte des Eingriffs dauern im Allgemeinen zwischen 30 und 60 Minuten.