Der ABR/BERA-Test ist eine umfassende audiologische Untersuchung, die zur Beurteilung der Hörfunktion und zur Diagnose von Zuständen wie angeborenem Hörverlust eingesetzt wird. Er funktioniert durch die Messung der elektrischen Aktivitätsreaktionen, die in den neuronalen Bahnen vom Innenohr bis zum auditorischen Kortex als Reaktion auf Schallreize erzeugt werden.

Dieser objektive Test kann bei Personen jeden Alters durchgeführt werden, da er irreführende patientenabhängige Antworten effektiv minimiert. Für optimale Bedingungen, insbesondere bei Säuglingen oder unkooperativen Patienten, kann der Test durchgeführt werden, während der Patient schläft oder unter Sedierung steht.

Die Testergebnisse werden von erfahrenen Audiologen sorgfältig ausgewertet, die dann mit HNO-Ärzten zusammenarbeiten, um den am besten geeigneten Behandlungsplan zu erstellen. Säuglinge, die das Erstscreening nicht bestehen, werden an spezialisierte Zentren zur weiteren Diagnostik und Aufnahme in Hörrehabilitationsprogramme überwiesen.

Eine frühzeitige Intervention, insbesondere die Anpassung von Hörgeräten zwischen 6 und 10 Monaten, ist entscheidend. Dies stellt sicher, dass Schallsignale die auditorischen Zentren des Gehirns erreichen und stimulieren, was für die Sprachentwicklung von entscheidender Bedeutung ist. Eine gleichzeitige Unterstützung durch Sonderpädagogik ist ebenfalls unerlässlich. Für Kinder mit hochgradigem Hörverlust, bei denen herkömmliche Hörgeräte nicht ausreichen, werden bildgebende Verfahren eingesetzt, um die Strukturen des Innenohrs und des Hirnstamms zu beurteilen und so ihre Aufnahme in Cochlea- oder Hirnstammimplantat-Programme zu leiten.