Ein Facharzt kann während der Schwangerschaft Blutgruppen- und Rh-Faktor-Tests anfordern, um eine Rh-Inkompatibilität festzustellen. Dieser Test, der bestimmt, ob eine Person Rh-positiv oder Rh-negativ ist, wird typischerweise im Rahmen der routinemäßigen Blutuntersuchungen im ersten Trimester durchgeführt. Er kann jedoch bei vaginalen Blutungen früher durchgeführt werden. Wird das Blut der schwangeren Person als Rh-negativ befunden, kann der Arzt einen zusätzlichen Test, einen Antikörpersuchtest, anfordern. Dieser Test prüft auf das Vorhandensein von Rh-Antikörpern im Blut. Ist der Antikörpersuchtest positiv, deutet dies auf ein Risiko einer Rh-Sensibilisierung hin. Ist er negativ, wird Rh-Immunglobulin (RhIg) verabreicht, um die Antikörperbildung zu verhindern. RhIg wird in der Regel um die 28. Schwangerschaftswoche und innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt verabreicht, kann aber bei Blutungen oder anderen Komplikationen der schwangeren Person auch früher in der Schwangerschaft gegeben werden.