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Mit zunehmendem Verständnis der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) haben sich auch die Klassifizierungssysteme der Krankheit weiterentwickelt. Ursprünglich wurde das „FAB-Klassifizierungssystem“, das auf der Zellmorphologie (dem strukturellen Erscheinungsbild der Zelle) basiert, weit verbreitet angewendet. Dieses System umfasste acht Subtypen von M0 bis M7 (M0, M1, M2, M3, M4, M5, M6, M7), wobei Subtypen außer M3 ähnliche Behandlungsansätze aufwiesen. Nachdem jedoch die entscheidende Rolle genetischer und molekularer Anomalien in der Pathogenese und im klinischen Verlauf der Krankheit verstanden wurde, entwickelte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine genetisch basierte Klassifikation. Die WHO-Klassifikation wurde in den Jahren 2008, 2016 und 2022 aktualisiert. Im Rahmen der jüngsten Aktualisierung wurden spezifische Subtypen für jede genetische Anomalie definiert, und bei bestimmten genetischen Störungen wurde der für die Krankheitsdiagnose erforderliche Blastenanteil (Anteil leukämischer Zellen) von 20 % auf 10 % reduziert.