Die Diagnose von Enddarmkrebs wird nach einer körperlichen Untersuchung und Koloskopie durch einen kolorektalen Chirurgen gestellt. Nach der Diagnose ist es von entscheidender Bedeutung, das Stadium der Krankheit zu bestimmen. Die Stadieneinteilung von Enddarmkrebs ist ein kritischer Schritt, um das Ausmaß der Krankheitsausbreitung zu verstehen und die am besten geeignete Behandlungsstrategie festzulegen.

Die wichtigsten Untersuchungen, die zur Stadieneinteilung von Enddarmkrebs eingesetzt werden, sind:

* Digitale Rektale Untersuchung (DRU): Hierbei untersucht der Facharzt die innere Oberfläche des Rektums mit einem behandschuhten, gleitmittelbeschichteten Finger. Diese Untersuchung kann helfen, die Lage, Größe des Tumors und seinen Abstand zum Anus zu beurteilen. Tumoren, die weiter vom Anus entfernt liegen, können jedoch mit dieser Methode möglicherweise nicht erkannt werden. Bei Auffälligkeiten wird eine Endoskopie zur weiteren Abklärung empfohlen.
* Flexible Sigmoidoskopie: Dabei wird ein flexibles Rohr mit einer Kamera durch den Anus und das Rektum eingeführt, um den unteren Teil des Dickdarms zu untersuchen. Diese Untersuchung kann die Diagnose unterstützen und erste Informationen über die Lage und Ausbreitung des Tumors liefern.
* Starre Sigmoidoskopie: Diese Untersuchung wird durch Einführen eines starren, optischen Endoskops durch den Anus in das Rektum durchgeführt. Sie wird in der Regel von Gastroenterologen oder Chirurgen durchgeführt. Die starre Sigmoidoskopie bietet den Vorteil, den Abstand des Tumors zum Anus präziser messen zu können.
* Komplettes Blutbild (CBC): Dieser Test bewertet den allgemeinen Zustand des Blutes. Niedrige Werte der roten Blutkörperchen (Anämie) können auf Blutverlust aufgrund des Tumors hinweisen, während hohe Werte der weißen Blutkörperchen ein Zeichen für eine mit dem Tumor verbundene Infektion oder Entzündung sein können.
* Tumormarker-Tests: Diese messen die Spiegel von Substanzen (Tumormarkern), die Krebszellen in das Blut abgeben können. Marker wie das Karzinoembryonale Antigen (CEA) und das Kohlenhydratantigen (CA) können bei der Nachsorge von Rektumkrebs eingesetzt werden. Hohe Werte können auf Krebs hinweisen, aber auch bei gutartigen Erkrankungen ansteigen, daher sind sie allein nicht diagnostisch und werden in der Regel zur Überwachung des Therapieansprechens verwendet.
* Computertomographie (CT): Bietet eine detaillierte Bildgebung von Brust, Bauch und Becken. Dies ermöglicht die Beurteilung von Metastasen in Lymphknoten oder entfernten Organen wie Lunge und Leber. Es kann auch indirekt dazu beitragen, den Abstand des Tumors zum Anus zu bestimmen.
* Magnetresonanztomographie (MRT): Liefert hochdetaillierte Bilder der Beziehung des Tumors im Rektum zu den umgebenden Muskeln, Organen und anderen Geweben, den Schichten der Rektumwand und dem Zustand der regionalen Lymphknoten. Dies ist entscheidend für die lokale Stadieneinteilung und die Operationsplanung.
* Röntgenaufnahme des Brustkorbs: Eine einfache Bildgebungsmethode, die verwendet wird, um zu prüfen, ob sich der Enddarmkrebs in die Lunge ausgebreitet hat (Metastase).
* Endosonographie (EUS): Durch die Kombination von Endoskopie und Ultraschall liefert die EUS sehr hochauflösende Bilder der Schichten der Rektumwand und der angrenzenden Lymphknoten. Dies ist von unschätzbarem Wert für die Beurteilung, wie tief der Tumor in die Rektumwand eingedrungen ist und ob regionale Lymphknoten betroffen sind.
* Positronen-Emissions-Tomographie (PET-Scan): Zielt darauf ab, metabolisch aktive Krebszellen im Körper zu erkennen. Es basiert auf dem Prinzip, dass radioaktive Glukose, die intravenös verabreicht wird, von Krebszellen stärker aufgenommen wird. Es ist besonders nützlich zur Untersuchung von Fernmetastasen oder Rezidiven.
* Molekulare und Genetische Tests: Diese Tests untersuchen die genetischen Eigenschaften des Krebses in Gewebeproben, die vom Tumor entnommen wurden. Tests wie KRAS und MSI (Mikrosatelliteninstabilität) werden durchgeführt, um den Tumortyp, das potenzielle Ansprechen auf gezielte Therapien und erbliche Risiken wie das Lynch-Syndrom zu bewerten.