Die Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) können sich unbehandelt mit der Zeit verschlimmern. Eine wirksame Behandlung ist auch dann möglich, wenn das traumatische Ereignis Jahre zurückliegt.

Der primäre Behandlungsansatz für PTBS ist die traumafokussierte Therapie. In einigen Fällen kann eine Kombination aus Medikation und Therapie angewendet werden. Bei diesen Behandlungsmethoden werden das traumatische Ereignis und seine Bedeutung für das Individuum eingehend untersucht. Zu den effektivsten Therapiemethoden gehören:

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
Die KVT zielt darauf ab, die Inkompatibilität zwischen den vorhandenen Schemata eines Individuums und seiner Wahrnehmung während eines bedrohlichen Ereignisses sowie den Konflikt, der aus der intensiven Erregung aufgrund des Traumas und dem Versuch des Individuums, diese auf einem normalen Niveau zu halten, resultiert, zu lösen. Traumatische Erlebnisse können die bereits bestehenden kognitiven Schemata eines Individuums bezüglich der Welt und der Selbstwahrnehmung stören und somit neue Schemata schaffen, die die Anpassung an das Leben negativ beeinflussen. In dieser Therapie wird das Individuum so lange mit angstauslösenden Reizen im Zusammenhang mit dem Trauma konfrontiert (Exposition), bis die Angst nachlässt. Anschließend werden problematische kognitive Prozesse, die sich infolge negativer Erfahrungen etabliert haben, durch adaptivere Prozesse ersetzt. Die Exposition wird im Allgemeinen so durchgeführt, dass die Person traumatische Erinnerungen lebhaft erzählt oder aufschreibt.

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)
EMDR wurde erstmals 1987 von der klinischen Psychologin Francine Shapiro entwickelt und zur Behandlung traumatischer Erfahrungen eingesetzt. Diese Methode basiert auf der Annahme, dass die anfängliche Wahrnehmung des Ereignisses und verzerrte Gedanken ebenfalls gespeichert sind, und zielt darauf ab, die Informationsverarbeitung zu stimulieren und "eingefrorene" Informationen durch Reize wie Augenbewegungen, bilateralen Schall oder Berührung zu desensibilisieren. Dadurch wird die negative Auswirkung des Traumas neutralisiert und positivere Gedanken etabliert.