Lippenvergrößerungsverfahren nutzen verschiedene Techniken, um die gewünschten ästhetischen Ergebnisse zu erzielen. Während das Grundprinzip die Injektion von dermal Fillern mittels Nadeln oder stumpfen Kanülen beinhaltet, werden unterschiedliche Techniken basierend auf spezifischen Anwendungsparametern wie der Fülltiefe, der Platzierungsschicht und dem Injektionswinkel benannt. Gängige Beispiele sind die französische Lippentechnik und die russische Lippentechnik.

Die französische Lippentechnik konzentriert sich auf die Verbesserung der Lippenkonturen unter Beibehaltung natürlicher Proportionen. Hauptmerkmale sind die Bewahrung des goldenen Schnitts zwischen Ober- und Unterlippe, das sanfte Überragen der Unterlippe durch die Oberlippe in bestimmten Bereichen und die Schaffung eines definierten, bogenförmigen (Erosbogen) Treffpunkts anstelle einer geraden Linie. Diese Technik verwendet oft stumpfe Kanülen anstelle von Nadeln, um das Risiko von Blutungen und Blutergüssen zu minimieren. Ein entscheidender Aspekt ist die Vermeidung der Injektion des Füllers in das Philtrum (Schnurrbartbereich) oder direkt in den Orbicularis-Oris-Muskel. Dieser Ansatz verhindert ein übermäßig voluminöses oder vorgewölbtes „Entenschnabel“-Aussehen und gewährleistet ein raffinierteres und natürlicheres Ergebnis.

Die russische Lippentechnik unterscheidet sich, obwohl sie ähnliche prä- und postprozedurale Protokolle mit anderen Methoden teilt (z.B. Lokalanästhesie, Nachsorge), durch ihre einzigartige Anwendungsmethode. Diese Technik beinhaltet die vertikale Injektion des Füllers in die Lippe mit feinspitzigen Nadeln durch mehrere präzise Eintrittspunkte. Ziel ist es, eine subtile Eversion oder eine Auswärtswinkelung der oberen und unteren Lippenränder zu erreichen, indem der Filler über dem Lippenmuskel platziert und der Philtrumbereich sorgfältig vermieden wird. Diese Methode zielt darauf ab, eine definiertere, „puppenähnliche“ oder „Cupid's Bow“-Verstärkung zu schaffen, die oft durch ein angehobenes und leicht abgeflachtes Aussehen gekennzeichnet ist, anstatt einer zusätzlichen Projektion.