Die Spermienanalyse (Spermiogramm) ist ein entscheidendes Bewertungsinstrument auf dem Weg von Paaren, die schwanger werden möchten. Sie wird in der Regel empfohlen, um den männlichen Faktor zu beurteilen, wenn ein Paar trotz einjährigem oder längerem ungeschütztem, regelmäßigem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft erzielen konnte. Dieser Test kann auch bei Erkrankungen, die die Hoden betreffen, wie Varikozele, Orchitis oder Hodenhochstand, oder nach Behandlungen wie Strahlentherapie oder Chemotherapie, die die Spermienproduktion beeinträchtigen könnten, als notwendig erachtet werden.

Während der Erstberatung werden Paare gemeinsam untersucht. Eine detaillierte allgemeine Gesundheitsanamnese des männlichen Patienten, die Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter umfasst, wird gründlich erhoben. Eine umfassende körperliche Untersuchung der Fortpflanzungsorgane wird durchgeführt. In dieser Phase wird das Vorhandensein von sexuell übertragbaren Infektionen und systemischen Erkrankungen wie chronischem Leber-/Nierenversagen, Lungenerkrankungen, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes untersucht. Zusätzlich werden Informationen zu beruflichen Risikofaktoren, Gewohnheiten wie Rauchen und Alkoholkonsum, den vom Paar verwendeten Verhütungsmethoden und der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs gesammelt. Symptome wie Atemwegsinfektionen, Geruchsstörungen, milchiger Ausfluss aus den Brustwarzen oder starke Kopfschmerzen können ebenfalls wichtige diagnostische Hinweise liefern.

Nach dieser detaillierten Voruntersuchung werden zusätzliche Diagnosemethoden angewendet, darunter die Spermienanalyse (Spermiogramm), Hormontests und bei Bedarf genetische Untersuchungen. Auch wenn in der Vergangenheit bereits eine Spermienanalyse durchgeführt wurde, kann eine aktuelle Wiederholung erforderlich sein. Um genaue und zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, ist es von größter Bedeutung, dass die Spermienanalyse in einem voll ausgestatteten Gesundheitszentrum durchgeführt wird.