Peniskrümmungen können entweder angeboren (bei der Geburt vorhanden) oder im späteren Leben aufgrund verschiedener medizinischer Bedingungen, chirurgischer Eingriffe oder Traumata erworben sein.

Angeborene Peniskrümmung:
Die anatomische Struktur des Penis umfasst zwei Schwellkörper (Corpora cavernosa, schwammartige Gewebe, die für die Erektion durch Blutfüllung verantwortlich sind) und einen Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum, das schwammartige Gewebe, das die Harnröhre enthält). Angeborene Krümmungen resultieren oft aus einer asymmetrischen Entwicklung dieser schwammartigen Gewebe während der fötalen Entwicklung. Wenn insbesondere ein Schwellkörper weniger entwickelt ist, krümmt sich der Penis während der Erektion zu dieser Seite hin.
Eine weitere häufige angeborene Ursache ist die Hypospadie, ein Zustand, bei dem sich die Harnröhrenöffnung an der Unterseite des Penis und nicht an dessen Spitze befindet. Bei Personen mit Hypospadie zeigt das Corpus spongiosum oft eine verminderte Entwicklung, was zu einer Abwärtskrümmung des Penis während der Erektion führt.

Erworbene Peniskrümmung:
Unter den erworbenen Penisdeformitäten ist die Peyronie-Krankheit die häufigste in älteren Altersgruppen. Diese Erkrankung ist durch die Bildung von fibrösen Plaques oder Verkalkungen innerhalb der Tunica albuginea gekennzeichnet, der fibrösen Hülle, die die Corpora cavernosa umgibt und eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Penissteifigkeit während der Erektion spielt. Die Peyronie-Krankheit tritt typischerweise nach dem 50. Lebensjahr auf, äußert sich zunächst mit Schmerzen und führt dann im Laufe der Zeit zu einer fortschreitenden Entwicklung von Peniskrümmung und -deformität.