Präkanzeröse Veränderungen am Gebärmutterhals, die durch einen Pap-Abstrich erkannt werden, werden basierend auf dem Schweregrad und dem Ausmaß der Anomalie klassifiziert. Die Klassifikationen sind wie folgt:

ASCUS (Atypische Plattenepithelzellen unbestimmter Signifikanz):
Diese Diagnose weist darauf hin, dass die während des Pap-Abstrichs entnommenen Zellen einige Anomalien aufweisen, diese Veränderungen jedoch nicht eindeutig auf präkanzeröse Läsionen hinweisen. Der Pathologe vermutet atypische Zellen, kann diese aber nicht definitiv als dysplastisch klassifizieren.
Obwohl ASCUS keine zelluläre Anomalie bestätigt, ist eine weitere Abklärung erforderlich. Anstatt ein ganzes Jahr auf einen wiederholten Pap-Abstrich zu warten, wird typischerweise innerhalb von 2-3 Monaten ein erneuter Abstrich empfohlen.
Alternativ kann eine Kolposkopie durchgeführt werden, die eine detaillierte Untersuchung des Gebärmutterhalses unter Vergrößerung beinhaltet. Werden während der Kolposkopie verdächtige Bereiche festgestellt, kann zur definitiven Diagnose eine Zervixbiopsie (Entnahme einer kleinen Gewebeprobe) erfolgen.
Darüber hinaus kann in ASCUS-Fällen eine HPV-Typisierung (Humanes Papillomavirus) durchgeführt werden, um die Bedeutung des Befundes zu bewerten. Die Ergebnisse der HPV-Typisierung können weitere Managemententscheidungen leiten, einschließlich der Frage, ob eine Kolposkopie durchgeführt oder eine HPV-Impfung besprochen werden sollte.
Das Warten von 2-3 Monaten auf einen wiederholten Abstrich birgt im Allgemeinen keine Gefahr, da der Zustand in diesem Zeitraum unwahrscheinlich signifikant fortschreitet.

LSIL (Niedriggradige Plattenepitheliale Intraepitheliale Läsion):
LSIL weist auf das Vorhandensein milder zellulärer Anomalien hin, die auf niedriggradige präkanzeröse Veränderungen schließen lassen. Es ist wichtig zu beachten, dass eine LSIL-Diagnose nicht bedeutet, dass die Patientin Gebärmutterhalskrebs hat.
In etwa 90 % der Fälle, insbesondere bei Personen mit einem gesunden Immunsystem, bildet sich LSIL spontan ohne Intervention zurück. In etwa 10 % der Fälle jedoch, insbesondere bei Patientinnen, die Nachuntersuchungen vernachlässigen oder ein geschwächtes Immunsystem haben, kann der Zustand zu einer höhergradigen Läsion (HSIL) fortschreiten.
Patientinnen, bei denen LSIL diagnostiziert wurde, unterziehen sich typischerweise einer Kolposkopie zur detaillierten Untersuchung des Gebärmutterhalses. Werden verdächtige Bereiche identifiziert, werden mittels Zervixbiopsie dünne Gewebeproben zur weiteren histologischen Analyse entnommen. Dieser Eingriff kann leichte Beschwerden verursachen, erfordert aber in der Regel keine Anästhesie.

HSIL (Hochgradige Plattenepitheliale Intraepitheliale Läsion):
HSIL bedeutet das Vorhandensein signifikanterer zellulärer Anomalien, die auf hochgradige präkanzeröse Veränderungen hinweisen, welche ein höheres Risiko für die Progression zu Gebärmutterhalskrebs bergen, wenn sie unbehandelt bleiben.
Eine Kolposkopie ist bei allen HSIL-Diagnosen obligatorisch, um die abnormalen Bereiche zu identifizieren. Gewebeproben müssen aus diesen Bereichen mittels Biopsie zur definitiven histologischen Diagnose entnommen werden. Der anschließende Behandlungsplan wird auf der Grundlage des Biopsieberichts festgelegt.