Epileptische Anfälle gibt es in verschiedenen Arten. Diese lassen sich in einfache partielle Anfälle, generalisierte Anfälle und komplexe partielle Anfälle einteilen. Es ist wichtig zu wissen, welche Art von Anfall ein Epilepsiepatient hat, da dies Hinweise darauf gibt, welches Epilepsiemedikament am effektivsten sein wird. Die Unterschiede zwischen den Epilepsietypen hängen mit den betroffenen Hirnregionen zusammen. Ein Patient kann mehrere Anfallstypen haben. Epileptische Anfälle werden wie folgt klassifiziert:

**Einfacher partieller Anfall**

Ein partieller (fokaler) Anfall tritt auf, wenn eine ungewöhnliche elektrische Aktivität einen kleinen Bereich des Gehirns betrifft. Wenn der Anfall das Bewusstsein nicht beeinträchtigt, wird er als einfacher partieller Anfall bezeichnet. Einfache partielle Anfälle können sein:

* **Motorisch:** Betrifft die Muskeln des Körpers
* **Sensorisch:** Betrifft die Sinne
* **Autonom:** Betrifft automatisch kontrollierte Funktionen
* **Psychisch:** Betrifft Gefühle oder Gedanken

**Generalisierter (generalisierter) Anfall**

Generalisierte Anfälle sind Anfälle, die gleichzeitig in allen Bereichen des Gehirns auftreten. Generalisierte tonisch-klonische Anfälle sind die häufigste Art. Bei dieser Art verkrampft sich der Patient und fällt zu Boden. Der Körper des Betroffenen zeigt dabei Krämpfe und Zuckungen. Diese Art von Anfällen ist im Volksmund als "Grand mal"-Anfall bekannt.

**Komplexer partieller Anfall**

Bei dieser Art von Anfall ist das Bewusstsein beeinträchtigt und es kommt zu einer Bewusstseinsstörung. Dieser Anfall entsteht in einem Hirnlappen. Er kann bei jedem auftreten, obwohl Personen mit Vorerkrankungen wie Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumor oder Schlaganfall einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Komplexe partielle Anfälle, die häufigste Anfallsart bei Epilepsiepatienten, führen dazu, dass Betroffene nicht auf andere oder ihre Umgebung reagieren und sich nicht an das Geschehen erinnern. Währenddessen können die Patienten leer in den Raum starren oder so aussehen, als würden sie an etwas anderes denken. Viele Betroffene zeigen jedoch auch automatische Verhaltensweisen wie Weinen, Lachen, Stöhnen, Schreien oder sich wiederholende Sprechakte (Automatismen).