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Obwohl die Kapselendoskopie technisch den gesamten Magen-Darm-Trakt von Mund bis Anus visualisieren kann, ist sie hauptsächlich für die Beurteilung des Dünndarms optimiert. In Regionen mit einem breiteren Lumen, wie Magen und Dickdarm, kann der schnelle Durchgang der Kapsel die Gewinnung ausreichender und detaillierter Bilder erschweren. Standard-Endoskopie und Koloskopie bieten dem Arzt die Möglichkeit, das Organlumen durch Luftinsufflation zu erweitern, verschmutzte Bereiche zu spülen und verdächtige Regionen aus verschiedenen Blickwinkeln gründlich zu untersuchen. Darüber hinaus ermöglichen diese Methoden diagnostische und therapeutische Interventionen wie die Entnahme von Biopsien und das Stillen von Blutungen. Die Kapselendoskopie bietet diese interventionellen Möglichkeiten nicht. Aus diesen Gründen sind Endoskopie und Koloskopie in der Regel überlegene Methoden zur Diagnose von Pathologien der Speiseröhre, des Magens, des Zwölffingerdarms, des terminalen Ileums und des Dickdarms. In Fällen, in denen Standard-endoskopische Verfahren aufgrund von Faktoren wie fortgeschrittenem Alter oder Begleiterkrankungen nicht durchgeführt werden können, kann die Kapselendoskopie jedoch einen alternativen Beitrag zur Bildgebung dieser Organe leisten.